Evangelische Heilig-Geist-Kirche Mitterfels, eine der wenigen Barackenkirchen in Bayern – Foto: Doris Metzger von 2017

… Gedanken zum 50-jährigen Bestehen der evangelischen Heilig-Geist-Kirche 2010

Eine kleine Kirche feierte im Jahre 2010 ihren 50. Geburtstag. Am Pfingstsonntag 1960 wurde die Evang. Heilig-Geist-Kirche in der Lindenstraße in Mitterfels feierlich geweiht. Seitdem hat sie viele Veränderungen erfahren: Erst naturhell, dann dunkel gestrichen, in den 80ern um einen kleinen Gemeinderaum und Küche und WC erweitert, dahinter ein unscheinbarer, kleiner, aber feiner Kirchgarten. So kennen Sie die Mitterfelser, so wird sie nicht nur von den evangelischen Gemeindegliedern geliebt.

Meine kleine feine Kirche

Gottesdienst mit Diakon Walter Peter - Foto: Doris Metzger

Als ich mit meiner Familie im Jahr 1988 nach Mitterfels umsiedelte und wir uns im Ort umsahen und informierten, fragte ich auch, was diese Holzbaracke mit dem kleinen Glockenturm sei. "Die Kirche der Evangelischen" wurde mir lapidar gesagt und ich wollte dies erst gar nicht glauben. Kirchen in dem evangelisch geprägten Hessen, wo wir vorher gewohnt hatten, waren doch oft groß und stolz und meist aus Stein gebaut.

Inzwischen sind über 20 Jahre vergangen und die kleine evangelische Kirche in der ehemaligen Holzbaracke ist mir lieb und wert geworden.  Es ist nicht nur die besondere Atmosphäre im Innenraum der Kirche, wo sich das Kreuz, Altar, Taufbecken und Kanzel, alles aus Holz, harmonisch in die weißgetünchten Wände einfügen und eine beruhigende Wirkung ausstrahlen.

Der freistehende Glockenturm ist noch von 1960. - Foto: Doris Metzger

Als Mesnerin ist der Bezug noch intensiver

Aber ein Gebäude allein ist noch keine Kirche; dazu gehören noch die Menschen, die sich hier treffen. Man freut sich auf die 14-tägigen Gottesdienste am Sonntag morgen, kennt und schätzt die Besucher, es geht fast familiär zu. Noch intensiver wird mein Bezug zu den Gottesdiensten dann, wenn ich als Mesnerin den Kirchenraum vorbereiten kann: Den Altar mit Blumen schmücken, die Kerzen anzünden sowie vor dem Gottesdienst und zum Vaterunser die kleine Glocke außerhalb der Kirche läuten. Dies wird noch per Hand getan und erheitert oft die Vorbeigehenden; eine Reisegruppe aus Amerika hat mich dabei einmal von allen Seiten fotografiert und es würde mich schon interessieren, mit welchem Kommentar diese Fotos dann in der Heimat gezeigt wurden.  

Fröhliche Gemeindefeste im Sommer gehören zur Tradition der evang. Kirchengemeinde Mitterfels. - Foto aus dem Archiv der Pfarrgemeinde

Gottesdienstgestaltung im Team

Etwas besonderes sind auch die sehr beliebten Familiengottesdienste, die an Ostern, Erntedank, zum Sommerfest und künftig auch am 1. Advent stattfinden. Ein Team zusammen mit Diakon Peter gestaltet diese Gottesdienste jeweils zu bestimmten Themen, von den jüngsten bis zu den ältesten Besuchern werden alle einbezogen und alle beteiligen sich mit großer Freude. Tradition ist es, nach dem Familiengottesdienst im Sommer ein fröhliches Gemeindefest im Kirchgarten zu feiern, an welchem sich viele Mitterfelser Bürger, über die konfessionellen Grenzen hinaus, beteiligen. Und spielt das Wetter dabei einmal nicht mit, werden Tische und Stühle in den Kirchenraum gestellt und wir sind uns alle einig, dass besonders diese Feste dann sehr schön waren.

Sehr erfreulich ist es auch, dass es in unserer Mitterfelser Kirche immer wieder junge Familien gibt, die sich mit ihren Kindern gern an unseren Familiengottesdiensten und sonstigen Veranstaltungen beteiligen und das Organisieren in einem so großen, engagierten Kreis immer viel Spaß bringt.

So bin ich auch gespannt, wie es mit unserer kleinen Kirche in Mitterfels weitergehen wird und hoffe sehr, dass sie uns als Gotteshaus, in dem wir uns geborgen fühlen und Ruhe finden, noch lange dienen wird.  

Autorin: Doris Metzger, aus einem Beitrag „Meine kleine feine Kirche“ im Mitterfelser Magazin 16/2010